Erlebst Du das auch, dass sich, ohne es selbst zu wollen, das Gewohnte verabschiedet und etwas Neues Einzug hält? Selbst im Rollstuhl und auf Hilfe angewiesen kenne ich das nur zu gut. Vor Tatsachen gestellt, aufgefordert zu sein, mich wieder auf etwas Neues einzulassen. So sehr ich es dabei auch liebe, dieses Neue zu entdecken und mich fortan weiterzuentwickeln, empfinde ich dabei auch eine gewisse Rastlosigkeit. In diesem Blogbeitrag werfe ich deshalb einen Blick in mich selbst und gehe der Frage nach, was dieses Neue mit mir macht und warum es mir manchmal schwerfällt, mich darauf einzulassen.

Mein Blick schweift zum Fenster. Das Auf und Ab des heranziehenden Aprilwetters erinnert mich daran: Stillstand gibt es nicht. Leben und Lebendigkeit bedeuten, im Fluss zu sein. Ich glaube, das sind Naturgesetze, denen nicht auszuweichen ist. Schliesslich leben wir in einer Welt, in der über acht Milliarden Menschen existieren und alle die Welt auf ihre ganz persönliche Art und Weise sehen – daraus resultierend ihre eigenen Entscheidungen treffen, wie sie auf ihre Gegebenheiten antworten. Das spüre auch ich, wenn es um die Wahl des Arbeitsplatzes geht. Wählt jemand die Arbeit im Dienste des Gesundheitswesens oder lieber eine Stelle mit praktischeren Arbeitszeiten?
Wie auch immer die Antwort lautet: Meine Situation ist gegeben. Mein Körper ist, wie er ist, und braucht, was er braucht. Ich liege da und könnte ohne Rollstuhl und ohne Assistenz eigentlich nur umherschauen, zum Beispiel aus dem Fenster. Da ich mir mehr Freiheiten vom Leben erhoffe, bin ich auf eine gute Rollstuhlversorgung und mitfühlende Assistenzpersonen angewiesen!
Gibt es also in einem dieser beiden Bereiche eine angezeigte Veränderung, bedeutet das für mich Stress und auch eine gewisse damit einhergehende Existenzangst. Jetzt steht sogar beides für mich auf dem Tapet. Es ist manchmal dieses Gefühl des den Situationen und Umständen Ausgeliefertseins, das mich umtreibt. Auch fordert mich die dichte Abfolge an Veränderungen und lässt mich teilweise in einem Gefühl der Rastlosigkeit verweilen. Sind umgekehrt sowohl technische wie auch personelle Assistenz optimal auf mich abgestimmt, vergesse ich teilweise sogar, dass ich eine Behinderung habe, und fühle mich dadurch frei.
Es ist diese Motivation, die mich vorantreibt, halt nochmals zu inserieren, erneut eine Anleitung zu geben oder den Rollstuhl-Fachleuten ebenfalls ein weiteres Mal zu erklären, was ich genau warum brauche und was eben nicht. Ich entdecke gerne Neues, stelle mich mutig den Lebensherausforderungen und finde es sehr spannend, unbekannte Menschen kennenzulernen! Auch wenn das, wie beschrieben, nicht immer so leicht für mich ist. Ich kann die Entscheidungen anderer, wenn sie sich selbst für eine Veränderung weg von meinem Arbeitsplatz entscheiden, nicht beeinflussen. Doch was ich für die Zukunft kann: mich mit noch mehr Vertrauen und noch mehr Zuversicht auf dieses Neue vollends einzulassen und mich dafür zu entscheiden. Denn wer weiss, vielleicht erwartet mich ja am Ende noch etwas Besseres als zuvor …
Mich würde interessieren: Wie gehst Du mit Veränderungen um?
Hast Du in Deinen persönlichen Veränderungsprozessen auch gewisse Ängste?
Melde Dich gerne hier bei mir, damit wir uns beide mutig von einem neuen gemeinsamen Weg überzeugen können. Ich freue mich sehr, Dich kennenlernen zu dürfen! 😊

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