Kurz vor Weihnachten hatte ich das grosse Glück, einer besonderen Einladung zu folgen. Im Schulunterricht der drei Oberstufen von Flühli-Sörenberg fest eingebettet und voller Aufmerksamkeit geniessend, durfte ich als Referent im Rollstuhl Einblicke in mein Leben geben. Das Lehrer-Team hatte mich zuvor darum gebeten, den SchülerInnen meine Reise in die persönliche Assistenz zu schildern. Dieses Referat lehnte sich inhaltlich stark an mein Assistenz-Jubiläums-Event an, worüber ich ja schon in meinem letzten Blogbeitrag berichtet hatte. Das Beste: Ich teile dieses Jubiläums-Referat als Video für eine beschränkte Zeit mit Dir! Wo Du den Link dazu findest, welche Eindrücke ich aus meinem Austausch mit den SchülerInnen mitnehme und was dieser Tag für mich mit Inklusion zu tun hatte – das alles erfährst Du jetzt in meinem 3. Blogbeitrag!

Oh, war das eine grossartige Sache! Mitten unter diesen jungen, lebendigen Menschen zu sein und ihnen als weitere berufliche Option das Tätigkeitsfeld der persönlichen Assistenz vorzustellen. Dies von mir erzählt anhand meiner eigenen widerfahrenen Lebensgeschichte.
Angefangen hatte alles damit, dass mich eine Lehrerin der Schule Flühli-Sörenberg kontaktierte. Da zuvor über mein Jubiläums-Event in der Zeitung berichtet worden war, sei sie auf mich aufmerksam geworden. Sie erzählte mir, dass sie derzeit mit den SchülerInnen das Thema «am Leben bauen» behandeln würden und dazu verschiedene Referenten suche. Sie und das zuständige Lehrer-Team würden sich sehr darüber freuen, wenn ich den Oberstufen-SchülerInnen aufzeigen könnte, wie ich an meinem Leben bisher so gebaut hätte.
So eine interessante Anfrage konnte ich unmöglich ablehnen! Bot sie mir doch auch eine einmalige Chance, diese jungen Menschen mehr zum Thema «Leben mit Behinderung» sensibilisieren zu dürfen. So war meine Zusage klar besiegelt. Als es so weit war und ich von der zuständigen Lehrerin freundlich in Empfang genommen wurde, war eine grosse Baustelle unmittelbar vor dem Schulhaus nicht zu übersehen. Sie erklärte mir, dass das Thema «am Leben bauen» mit dieser Baustelle unmittelbar einhergehe.
Auch ich hatte im Vorfeld noch eine grössere Baustelle zu bewältigen. Mich hatte nämlich eine Lungenentzündung voll erwischt. Glücklicherweise gelang meine Genesung noch rechtzeitig und alles war bereit. Drei Oberstufen-Klassen folgten interessiert meinen Worten. Sie erfuhren unter anderem, wie mir situationsbedingt im Alltag Hindernisse begegnen. Ich zeigte ihnen auf, welche Lösungswege ich wähle und wie manchmal mehr möglich ist, als man auf den ersten Blick denkt. Auch für mich war dieser Austausch sehr bereichernd. Mitten im Schulalltag dabei zu sein und diesen offenen Blick auf das Leben selbst hautnah mitzuerleben.
Da ich selbst mit einer Behinderung lebe, kenne ich es auch anders. Bauliche und/oder persönliche Ausgrenzungen sind leider ein steter Begleiter im Leben von uns selbstbetroffenen Menschen. Oft fehlt es an Verständnis oder Vorstellungskraft darüber, was es wirklich heisst, ständig auf Hilfe angewiesen zu sein. Viele Menschen haben in ihrem eigenen Leben schlicht keine Berührungspunkte mit «Behinderten» und bekommen so verständlicherweise auch keine Idee darüber. Je früher und je öfter Menschen ohne Behinderung mit uns Selbstbetroffenen in Kontakt kommen können, desto selbstverständlicher werden auf beruflicher und privater Ebene zukünftige Begegnungen!
Dieser Austausch mit den Oberstufen-SchülerInnen von Flühli-Sörenberg war für mich also auch ein wichtiger Beitrag für mehr Inklusion. Er hat meiner Meinung nach genau da angesetzt, wo Bedarf ist – mitten in der Entwicklungsphase wurde nämlich ein wichtiger Berührungspunkt mit dem Thema «Behinderung» geschaffen!
Am Ende sind wir alle schliesslich einfach Menschen mit denselben sozialen Bedürfnissen nach Liebe und Zugehörigkeit.
Ich danke dem ganzen Lehrer-Team für dieses grossartige Zusammentreffen und die einwandfreie Organisation! Auch danke ich Dir für Deine Aufmerksamkeit.
Du wärst gern bei einem meiner Referate dabei gewesen?
Bis Ende Januar 2026 hast Du die exklusive Möglichkeit, meinen Vortrag vom 02. September 2025 online nachzusehen!
Folge dazu einfach jetzt diesem YouTube-Link:
https://www.youtube.com/watch?v=1PFa2ZOSWVE

Lieber Timo
Wie immer sehr treffend und lebendig formuliert. Gratuliere dir für deine grossartige Arbeit.
Weiter so…
Herzliche Grüsse
Susanne
Herzlichen Dank liebe Susanne!
lg Timo